Ablation von Rhythmusstörungen

Vorhofflimmern
Das Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen überhaupt. Ursächlich sind meist unkontrollierte elektrische Entladungen aus Herzmuskelfasern, die vom linken Vorhof in die Lungenvenen reichen; die Vorhöfe verlieren dadurch ihre geordnete Kontraktion. Neben Medikamenten kommt routinemässig die Katheterablation zum Einsatz, deren Kern die elektrische Isolation der Lungenvenen bildet.
Wir setzen dabei modernste Verfahren ein: die Pulsed-Field-Ablation (PFA), bei der kurze Hochspannungsimpulse das Herzgewebe gezielt und besonders schonend für Nachbarstrukturen behandeln, sowie hochauflösende dreidimensionale Kartierungssysteme (CARTO, AFFERA), mit denen der Vorhof millimetergenau dargestellt wird. Entscheidend für einen nachhaltigen Erfolg ist die individuelle Analyse und Beratung zur optimalen Behandlungsstrategie.

Atypisches Vorhofflattern und komplexe Vorhofrhythmusstörungen
Nach herzchirurgischen Eingriffen, nach früheren Ablationen oder bei fortgeschrittener Vorhoferkrankung können atypische Formen des Vorhofflatterns entstehen. Ihre Kreisbahnen verlaufen individuell sehr unterschiedlich, liegen häufig im linken Vorhof und lassen sich im EKG allein oft nicht zuordnen. Mit hochauflösendem 3D-Mapping rekonstruieren wir den Erregungsverlauf Schlag für Schlag und veröden die kritischen Engstellen gezielt.

Vorhofflattern

Beim typischen Vorhofflattern kreist die elektrische Erregung in einer stabilen Bahn um die Trikuspidalklappe im rechten Vorhof – vergleichbar mit einem «Kurzschluss». Die Vorhöfe schlagen dabei mit 250–300 Schlägen pro Minute, was zu Herzrasen, Atemnot und Leistungsabfall führen kann. Die Katheterablation ist die bevorzugte Behandlung, da sich die Kreisbahn mit einer gezielten Verödungslinie mit sehr hoher Erfolgswahrscheinlichkeit dauerhaft unterbrechen lässt.

Supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen
An zahlreichen Stellen im Vorhof oder am Übergang zwischen Vor- und Hauptkammer können Rhythmusstörungen entstehen, etwa durch eine zusätzliche Leitungsbahn (WPW) oder eine kreisende Erregung im AV-Knoten (AVNRT). Typisch ist ein anfallsartiges Herzrasen mit schlagartigem Beginn und Ende und Frequenzen von 200 Schlägen pro Minute und mehr. Mit einer Katheterablation lässt sich die Rhythmusstörung in bis zu 90-95% der Fälle dauerhaft beseitigen – ohne medikamentöse Dauertherapie.
Extraschläge
Extraschläge, von Betroffenen häufig als «Aussetzer» oder «Stolperer» empfunden, können in der Vor- wie in der Hauptkammer entstehen. Isoliert und ohne weitere Auffälligkeiten sind sie in der Regel harmlos. Zur Einordnung dienen ein Langzeit-EKG zur Bestimmung der Häufigkeit sowie eine Bildgebung des Herzens. Bei häufigen oder stark störenden Extraschlägen kann eine Katheterablation in vielen Fällen verlässlich Abhilfe schaffen.

Device Therapie

Herzschrittmacher

Der Sinusknoten im rechten Vorhof gibt den Takt vor, der AV-Knoten leitet ihn auf die Hauptkammern über. Arbeitet der Sinusknoten zu langsam («Sick-Sinus-Syndrom») oder ist die Überleitung verzögert bis blockiert («AV-Block»), führt dies zu Müdigkeit, Leistungsknick, Schwindel oder Bewusstlosigkeit – ein Herzschrittmacher ist dann die Therapie der Wahl.

Ein Schrittmacher überwacht den Eigenrhythmus kontinuierlich und gibt nur dann einen elektrischen Impuls ab, wenn ein Schlag ausbleibt oder zu spät kommt. Bei der konventionellen Implantation wird das Aggregat in örtlicher Betäubung unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt und über eine Vene mit dünnen Sonden im Vorhof und/oder in der Hauptkammer verbunden. Alternativ steht der Leadless Pacemaker zur Verfügung: eine kapselgrosse Einheit, die über die Leistenvene direkt in der Hauptkammer und / oder Vorkammer verankert wird und weder Sonden noch eine Tasche unter der Haut benötigt.

Implantierbarer Cardioverter-Defibrillator (ICD)
Lebensbedrohliche Rhythmusstörungen der Hauptkammer können zum plötzlichen Herztod führen. Ein ICD ist indiziert bei Patientinnen und Patienten, die eine solche Rhythmusstörung bereits überlebt haben, sowie vorbeugend bei deutlich eingeschränkter Pumpfunktion trotz optimaler medikamentöser Therapie oder bei bestimmten angeborenen Herzerkrankungen.

Das Gerät überwacht den Herzrhythmus rund um die Uhr. Erkennt es eine gefährliche Kammertachykardie, beendet es diese zunächst häufig durch schnelle, schmerzfreie Stimulationsimpulse oder einen Elektroschock. Zusätzlich verfügt jeder ICD über die vollständige Funktion eines Herzschrittmachers. Die Implantation des transvenösen ICD erfolgt in örtlicher Betäubung und leichter Sedierung: Das Aggregat wird unterhalb des Schlüsselbeins platziert und über eine Vene mit einer Sonde verbunden.





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